
Kennen sie Nürnberg schon? Ja? Wissen sie aber etwas über die reiche mittelalterliche
Vergangenheit der heutigen Frankenmetropole?
Wenn ihre Antwort darauf nein lautet, dann sind sie hier richtig. Diese Seite
möchte einen kleinen Einstieg in die Geschichte dieser
Süddeutschen Stadt bieten, und zwar anhand
der Arbeit einiger Leute, unter anderem uns selbst, die sich mit der Rekonstruktion
von Kleidung und Lebensumständen der Bürger der Stadt Nürnberg im späten Mittelalter
beschäftigen, und einer Sammlung von Links, die ihnen die Geschichte dieser Stadt näherbringen. Noch ist diese Seite recht übersichtlich, aber wir möchten sie stetig ausbauen, und freuen uns auch über Ihre Beiträge, oder Empfehlungen von Links.
Sollten sie Nürnberg noch nicht kennen, empfehlen wir einen Blick auf den
Artikel von Wikipedia.
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Das genaue Gründungsjahr der Stadt Nürnberg ist unklar, und obwohl es verschiedene Sagen um die Gründung bereits
in römischer Zeit gibt, lässt sich die Existenz erstmalig in der am 16.Juli 1050 geschriebenen "Sigena" Urkunde nachweisen, in der Kaiser Heinrich III.
die Freilassung der Leibeigenen mit Namen "Sigena" beglaubigt, hier wird es als "Norenberc" (vermutlich von nuorim = "steinig, felsig", also "Felsenberg")
erwähnt.
In der Folge erlangt die auf eben jenem Felsen stehende Nürnberger Burg
immer mehr Bedeutung, und wird schliesslich Ende des 12ten Jahrhunderts als kaiserliche Pfalz erwähnt. Im grossen Freiheitsbrief von 1219 weitet schliesslich Kasier Friedrich II. die
bereits der Stadt zustehenden Marktrechte aus und legt damit den Grundstein für das florierende spätmittelalterliche Nürnberg.

Wenn wir an Schwertkampf im Mittelalter denken, denken wir an Kämpfe in Hollywoodfilmen: Leichtfüssig wie
Errol Flynn oder brachiales Draufdreschen. Klischees machen die Runde, von 5kg schweren Schwertern
über ihre Nachteile gegenüber den angeblich überlegenen japanischen Waffen.
Tatsächlich aber war die europäische Kunst des Kampfes mit dem Schwert, wie uns Handschriften aus dem Ende des hohen, und dem späten mittelalter, sowie
zahlreiche erhaltene Schwerter verraten, eine sehr hohe. Ab Anfang des 14ten Jahrhunderts sind die ersten Fechtbücher erhalten, und ab Ende des desselben
steigt die Zahl stetig an. So, wie die Städte im späten Mittelalter immer mächtiger wurden, verbesserten sich die Lebensumstände der Bürger dieser.
Die Städte bildeten Miliztruppen, um sich zu verteigen, die Bürger mussten regelmässige Übungen abhalten, Rüstunen bereithalten, und das Kämpfen mit dem Schwert
begann einen festen Platz im bürgerlichen Bewusstsein zu bekommen.
Nürnberg, als einer der mächtigsten Städte des heiligen Römischen Reiches deutscher Nation im späten Mittelalter, lässt sich auf Grund der nachweislich hohen Zahl an
Fechtmeistern des späten Mittelalters, die dorther, oder aus der nahen Umgebung stammten, als wichtiger Schauplatz in der Entwicklung des Schwertfechtens bezeichnen.
Das erste uns bekannte Fechtbuch, das die für das späte Mittelalter so typische Kampfweise mit dem langen,
meisst zweihändig geführten Schwert behandelt, ist das GNM 3227a von 1389, heute im Germanischen Nationlmuseum Nürnberg.
Es stellt die erste Aufzeichnung der Lehre von Joahnnes Liechtenauer dar,
der vermutlich im späten 14ten Jahrhundert gelebt und gewirkt hat, und laut dem GNM 3227a diese Fechtkunst zwar nicht
erfunden hat, jedoch zusammengetragen und verdichtet. In einem Fechtbuch von 1460, von Paulus Kal, werden weitere Fechtmeister erwähnt, die in der Tradition Liechtenauers gewirkt haben,
und entweder aus oder vermutlich aus der Nähe Nürnbergs stammten:
- Hartmann von Nürnberg
- Hanns Pägnitzer (aus Pegnitz?)
Doch das "Fechten" des Mittelalters umfasst nicht nur den Kampf mit dem langen Schwert, oder gar Schwert überhaupt, sondern ebenfalls das Ringen, den Kampf mit dem Dolch, Flegel,
Stangenwaffen, Kriegshammer und anderen Waffen.
Ebenfalls begegnen tut uns Johannes Lecküchner (ca. 1430-1482), von dem uns zwei Fechtbücher bekannt sind, das Cod. Pal. Germ. 430 von 1478 (heute in Heidelberg,
und das Cgm. 582 von 1482(heute in Mücnhen). In ihm beschreibt Lecküchner, der bis zu seinem Tod am 31.Dezember 1482 in Herzogenaurach bei Nürnberg als Priester tätig war,
den Kampf mit dem langen Messer, eine weitere Waffe des späten Mittelalters.

- Freywild
Zusammenfassung und geschichtlicher Überblick über die "Liechtenauer"gesellschaft
- IG Meisterhauw
Interessensgemeinschaft aus der Region Nürnberg, die sich mit der Rekonstruktion spätmittelalterlichen Schwertkampfes befasst.
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Wir sind ein Paar aus der Nähe von Nürnberg, das sich, unter anderem, mit der Geschichte Nürnbergs im späten Mittelalter beschätfigt.
Das heisst aber nicht nur Lesen, das heisst auch vor allem: wir versuchen etwas hineinzuschnuppern, wie es denn nun damals war.
Wie das geht, fragen sie?
Wie verschiedene andere:
- recherchieren wir, wie die damaligen Lebensumstände waren
- nähen wir die Kleidung nach
- stellen Gegenstände des täglichen Lebens her oder lassen sie herstellen
- beschäftigen wir uns mit der Küche und Ernährung der Zeit, und kochen Rezepte nach
- schnuppern bei Veranstaltungen in Museumsdörftern und anderen Gelegenheiten in das Leben hinein.
Wussten sie zum Beispiele, dass
Kochbücher aus dem späten Mittelalter erhalten sind, und zwar sogar aus Nürnberg? Oder dass es viele Bilder und Statuen in Nürnberg gibt, die
zeigen, wie man sich "damals" kleidete, vielleicht sogar direkt vor ihrer Nase? Wie zum Beispiel am
Schönen Brunnen?

Sehen wir uns doch einmal an, wie spätmittelalterliche Bürger ausgesehen haben könnten (mit Klick auf das Bild bekommen sie etwas mehr Informationen):

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"
Paul Borner" |
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"
Myriam" |
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Mehr zu unserer Arbeit können sie auch auf unserer Homepage unter Diu Minnezît erhalten.
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Hier möchten wir Ihnen eine Liste von Webseiten von Menschen anbieten, die sich, wie wir mit der Kleidung, dem Leben,
den Dingen des täglichen Lebens, und auch teilweise mit dem Militärdienst der Bürger Nürnbergs im Mittelalter beschäftigen.
Wie wir nähen sie unter Verwendung der damaligen Stoffe die Kleidung nach, studieren die Bestände des Nürnberger Stadtarchives,
und geben auf ihren Internetseiten einen kleinen Einblick in das Leben und Wirken der Nürnberger Bürger vergangener Tage.
- Nürnberg 1380
Die Webseite einiger Freunde, die sich mit der Rekonstruktion der Kleidung, des Haltshaltes und Lebens von Bürgen aus Nürnberg
des Jahres 1380 beschäftigen.
- Das Nürnberger Aufgebot 1474
Die Webseite eines Vereines, der versucht, Nürnberger Bürger im Rahmen der städtischen, militärischen Aufgebotstruppen
des Jahres 1474 darzustellen.
- Turmstadt
Webseite der SCA (wer nicht weiss, was das ist: hier klicken) im Raum Nürnberg.
- Anna von Silberhain
Blog von Anna, die eine Nürnberger Bürgerin der Frührenaissance darstellt, und sich mit der Kleidung beschäftigt.
- Stammtisch von Darstellern aus der Region um Nürnberg
Webseite des Mittelalterstammtisches Nürnberg, an dem alle möglichen Darsteller, die Nürnberger Geschichte, aber auch nicht nur diese, darstellen, sich regelmässig treffen.
- Seite von André Debus,
einem freischaffenden Künstler aus Nürnberg, der sich mit historischen Mal-und Drucktechniken beschäftigt, und die Darstellung eines Handwerkers aus Nürnberg um 1400 erarbeitet. Besuchen Sie auch seine Galerie

- Foracheim
Projekt von André Henning, der einen Bürger aus Forcheim im 13ten und im 15ten Jahrhundert darstellt. Sehr ausführliche Dokumentation der Ausrüstung und des Handwerks.
Viel zur Regionalgeschichte und der von Forchheim im besonderen.
- Bayreuth 1320
Projekt von Oliver Rausch, der einen Bürger Bayreuths im frühen 14ten Jahrhundert darstellt. Gut dokumentiert.
- Die Hafnerin
Anna Axtmann stellt eine Hafnerin aus Nürnberg in der zweiten Hälfte des 14ten Jahrhunderts dar, primär stellt sie aber Keramikrepliken her. Ob der Informationen zu lokalen Fundkomplexen interessant, und eine gute Bezugsquelle.
- Der Wendeschuhnmacher
Klaus Öchsler stellt Repliken historischer Schuhe her, und einen Schuhmacher des 14ten und 15ten Jahrhunderts in Nürnberg dar
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- Freilandmuseum Bad Windsheim
Das fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim nahe Nürnberg bietet einen interessanten Einblick in dörfliche Bau-und Wohnweise
und ist auch jährlicher Schauplatz von Darstellung spätmittelalterlichen Lebens im süddeutschen Raum
- Altnürnberger Landschaft e.V.
Verein zu Heimatpflege und -Forschung im Raum Nürnberg
- Altstadtfreunde Nürnberg e.V.
Die Altstadtfreunde setzen sich für den erhalt der geschichtsdträchtigen Bauten in Nürnberg ein
- Stadtarchiv Nürnberg
Das Stadtarchiv der Stadt Nürnberg bietet eine Fülle an Informationen aus der mittelalterlichen geschichte Nürnbergs. Urkunden, Testamente, Bürgerlisten,
Kleiderordnungen usw.
- Berühmte Nürnberger
Liste berühmter Bürger Nürnbergs im Laufe der Geschichte
- Geschichte für Alle e.V.
Institut für Regionalgeschichte Nürnberg, Bamberg, Erlangen und Fürth
- Historische Meile Nürnberg
Ein virtueller -und Anleitung für einen echten- Rundgang durch die erhaltenen mittelalterlichen Bauten in Nürnberg
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Stand 15. April 2009
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